Enorme Energiepreise gefährden Österreichs Transportwirtschaft

Enorme Energiepreise gefährden Österreichs Transportwirtschaft

Schon im vergangenen Jahr ist der Dieselpreis kontinuierlich gestiegen, insgesamt betrug die Erhöhung mehr als 30 Prozent. Seit Anfang des Jahres kamen weitere plus 30 Prozent hinzu – davon rund die Hälfte sprunghaft in der ersten Märzwoche. „Transportunternehmen werden dadurch zunehmend unter Druck gesetzt. Der Krieg in der Ukraine gefährdet die Versorgungslage in Österreich zusätzlich und es ist mit weiteren, massiven Kostensteigerungen zu rechnen“, warnt Günther Reder, Obmann des Fachverbands Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Zu spüren sind die Preissteigerungen aber nicht nur beim Treibstoff, sondern auch unter anderem bei Fahrzeuganschaffungen oder bei Verschleißteilen.

„Die Entwicklung ist dramatisch – man muss aufpassen, dass die Lage nicht außer Kontrolle gerät“, so Reder. Hinzu kommt die CO-Bepreisung, die den Diesel ab Juli 2022 zusätzlich um 8,9 Cent pro Liter verteuert. Reder rechnet daher vor: „Vergangenen Juli 2021 kostete der Diesel noch 1,239 pro Liter, im Juli 2022 soll er laut Prognose inklusive CO2-Bepreisung zirka 2,10 Euro kosten. Das sind um 861 Euro mehr pro Tankfüllung. Bei einem Anteil der Dieselkosten von rund 20 Prozent an den Gesamtkosten des Unternehmens entspricht dies allein aus diesem Titel eine Preissteigerung von 14 Prozent. Das ist bei den üblichen Margen im Transportbereich existenzbedrohend.“

Reder fordert daher rasche, entlastende Maßnahmen, die bei den Unternehmern und der Bevölkerung auch ankommen. „Und bis sich die Lage wieder stabilisiert hat, brauchen wir eine Verschiebung der CO2-Bepreisung sowie steuerliche Entlastungen auf fossile Energieträger, allen voran die vorübergehende Aussetzung der Mineralölsteuer“, so der Fachverbandsobmann. Die Branche sei gerne bereit, ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. „Aber wenn die Preise aufgrund anderer Faktoren so dramatisch steigen, muss es hier Spielraum geben. In Zeiten von Pandemie und Krieg sklavisch an jeder Maßnahme festhalten, führt sonst am Ziel vorbei und gefährdet die Transportwirtschaft“, warnt Reder. (PWK108/DFS)

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