IV-Wien Präsident Pochtler: Zeit für einen nationalen Schulterschluss!

Viele würden die aktuelle Krise, verursacht vor allem durch die kriegsbedingt „absurd hohen Energiepreise“, unter denen in diesem Ausmaß übrigens nur Europa leide, nach wie vor unterschätzen, so der Präsident der Industriellenvereinigung Wien, Christian C. Pochtler, im Rahmen der gestrigen Ordentlichen Vollversammlung.

„Die Prognosen zahlreicher Ökonomen legen nahe, dass Österreich noch mit einem ‚blauen Auge‘ davonkommen könnte. In der exportorientierten Industrie befinden wir uns aber bereits jetzt in der Rezession, Unternehmen drosseln ihre Produktion oder wandern ab“, so der Präsident. Es brauche rasch Maßnahmen, vor allem auch auf europäischer Ebene: „Wir kommen an einem temporären Markteingriff mit einer Entkoppelung der Gas- und Strompreise sowie einer Preis- und Mengendeckelung nicht herum.“ Ansonsten drohe in ganz Europa eine zunehmende Deindustrialisierung. Außerdem gelte es, die richtigen Lehren aus den aktuellen Krisen zu ziehen. „Den Klimawandel können wir nicht mit simplen Zielvorgaben seitens der Politik bekämpfen. Wir brauchen konkrete, durchdachte und realistische Maßnahmenpläne. Außerdem müssen wir auf Technologieoffenheit und Unternehmertum setzen, wenn wir die Energietransformation meistern wollen.“ Von der Politik müsse man in dieser ernsten Lage jedenfalls einen „nationalen Schulterschluss und ein Ende des kleinlichen Parteien-Hick-Hacks“ verlangen, so Pochtler: „Wir haben hier die Chance, gemeinsam die Zukunft erfolgreich zu gestalten!“

Bürgermeister Ludwig betonte in seiner Rede die „exzellente Kooperation und Zusammenarbeit“ mit der Wiener Industrie. „Es ist sicher wichtig, den Stolz auf die Produkte und Lösungen der Wiener Industrie auch mehr nach außen zu tragen“, so der Bürgermeister. So sei auch die enge Zusammenarbeit von Industrie sowie Universitäten und Forschungseinrichtungen in Wien ein zentrales Asset, um der gemeinsamen Vision von „Wien als Technologiemetropole von Weltrang“ einen Schritt näher zu kommen. Zudem gelte es, mutige Schritte gegen den Fachkräftemangel zu setzen, dabei solle man auch geflüchteten Menschen langfristige Perspektiven in Österreich bieten, so Ludwig. Vor allem aber brauche es in Wien auch weitere Investitionen in die Infrastruktur, vom Energiebereich, Stichwort „Geothermie“, bis hin zur digitalen Infrastruktur mit Glasfaser- und 5G-Netztechnologie, um die Stadt fit zu machen „für den nächsten Schritt bei der Digitalisierung“. Unisono betonten Ludwig und Pochtler die Bedeutung einer modernen Verkehrsinfrastruktur. Neben dem „ausgezeichneten Wiener Öffi-Netz“ müsse dies auch den Regionen-Ringschluss um Wien, inklusive des Lobautunnels, umfassen.

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