Neues digitales Klima-Tool für emissionsfreie Fähre von Scandlines

Das grüne dänische Tech-Startup-Unternehmen ReFlow wird die neue Nullemissionsfähre von Scandlines mit einem digitalen Klimamodell ausstatten, das die gesamten Umweltwirkungen während der Lebensdauer der Fähre berechnet. Es ist das erste Mal, dass Lebenszyklusanalysen in dieser Größenordnung für eine Fähre durchgeführt werden. Scandlines geht davon aus, dass mit Hilfe des neuen digitalen Tools der CO2-Fußabdruck der Fähre auch nach dem Bau reduziert werden kann.

ReFlow bezeichnet sich selbst als führend in der maritimen Industrie, wenn es um komplexe Ökobilanzen geht. Das Unternehmen ist auf eine Berechnungsmethode zur Ermittlung der Umweltauswirkungen spezialisiert, die ein Produkt oder System während seiner Lebensdauer verursacht (auch LCA/Life Cycle Assessment genannt). Zu den Kunden gehören unter anderem Viking Life-Saving und Maersk.

Ökobilanzen werden bereits in anderen Branchen wie der Luftfahrt und der Automobilindustrie eingesetzt und sind im Bauwesen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus werden diese Berechnungen durch die ISO-Normen ISO 14040 und 14044 sowie durch verschiedene EU-Richtlinien unterstützt. Doch im maritimen Sektor ist die Verwendung einer Ökobilanz in einem so frühen Stadium des Prozesses ein völlig neuer Ansatz.

„Es wird das erste Mal sein, dass derartige Lebenszyklusanalysen bei einer Fähre durchgeführt werden – wir schreiben damit Weltgeschichte. Lebenszyklusanalysen oder LCAs können eine detaillierte Bestandsaufnahme der Umweltwirkungen von Produkten liefern – auch von Produkten und Lösungen, die noch nicht gekauft oder produziert wurden. Sie tragen so dazu bei, die Fähren der Zukunft zu sichern“, erklärt der CEO und Gründer von ReFlow, Rasmus Elsborg-Jensen.

Fini A. Hansen, VP Fleet bei Scandlines, fügt hinzu: „In Zukunft können wir neue Lösungen vor dem Einkauf auswerten, um sicherzustellen, dass die Klimabilanzen dem angestrebten Standard entsprechen oder sogar besser abschneiden. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, unsere Fähren Schritt für Schritt umweltfreundlicher zu machen, wenn neue umweltfreundliche Lösungen entwickelt werden.“

Die Nullemissionsfrachtfähre von Scandlines wird 147,4 Meter lang und 25,4 Meter breit sein und einen Konstruktionstiefgang von 5,3 Metern besitzen. Die Doppelendfähre hat eine Kapazität von 66 Frachteinheiten, 140 Passagieren und eine Dienstgeschwindigkeit von 10 Knoten. Die Fertigstellung der Fähre ist für 2024 geplant.

www.scandlines.de

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